Ob sich ein eigener Teppichreiniger lohnt oder ein Mietgerät reicht, hängt vor allem davon ab, wie oft Sie reinigen wollen. Wer Teppiche, Polster oder Autositze nur ein- bis zweimal im Jahr gründlich säubert, fährt mit einem Mietgerät meist günstiger. Bei Haustieren, Kindern oder regelmäßigen Flecken rechnet sich ein eigenes Gerät dagegen oft schon nach wenigen Einsätzen.
Teppichreiniger arbeiten nach dem Prinzip der Sprühextraktion: Sie sprühen Reinigungslösung in die Fasern und saugen sie samt gelöstem Schmutz sofort wieder ab. Mietgeräte aus Baumarkt oder Drogerie eignen sich für die gelegentliche Grundreinigung, ein eigenes Gerät für häufige Einsätze. Empfindliche Materialien wie Seide, Viskose und viele Naturfasern sollten Sie nicht selbst nass reinigen. Planen Sie je nach Belüftung mehrere Stunden bis einen Tag Trocknungszeit ein.
So funktioniert Sprühextraktion
Ein Teppichreiniger, oft auch Waschsauger oder Sprühextraktionsgerät genannt, besteht im Kern aus zwei Tanks, einer Pumpe und einem Saugmotor. Im Frischwassertank mischen Sie Wasser mit einem passenden Reinigungsmittel. Die Pumpe sprüht diese Lösung über eine Düse direkt in den Teppichflor. Dort löst sie Schmutz, Fett und Gerüche aus den Fasern. Unmittelbar danach saugt der Motor das Schmutzwasser über dieselbe oder eine benachbarte Düse wieder ab und leitet es in den Schmutzwassertank.
Viele Geräte unterstützen die Reinigung zusätzlich mit einer rotierenden oder oszillierenden Bürste, die die Fasern aufrichtet und das Reinigungsmittel einarbeitet. Der Unterschied zum normalen Staubsauger ist grundlegend: Ein Staubsauger entfernt nur losen, trockenen Schmutz von der Oberfläche. Die Sprühextraktion erreicht dagegen auch Schmutz, der tief im Flor sitzt oder an den Fasern haftet, und frischt verblasste Farben sichtbar auf.
Man unterscheidet grob zwei Bauformen: aufrechte Bodengeräte, die Sie wie einen Bodenstaubsauger schieben, und kompakte Handgeräte beziehungsweise Kombigeräte mit Schlauch und Polsterdüse. Bodengeräte eignen sich für größere Flächen, Handgeräte für Flecken, Treppen, Polster und das Auto. Einen Überblick über die Gerätegruppe finden Sie in unserer Kategorie Teppichreiniger.
Kaufen, mieten oder reinigen lassen?
Mietgeräte bekommen Sie in vielen Baumärkten und Drogeriemärkten. Die Miete liegt typischerweise bei etwa 15 bis 35 Euro pro Tag, häufig ist ein Pfand oder eine Ausweiskopie fällig. Das Reinigungsmittel müssen Sie in der Regel zusätzlich kaufen und dabei oft das vom Vermieter vorgegebene Produkt verwenden. Mietgeräte sind meist leistungsstarke, schwere Profigeräte mit großen Tanks, was für ganze Wohnungen ein Vorteil ist. Transport, Abholung und Rückgabe innerhalb der Mietfrist sollten Sie aber einplanen.
Eigene Geräte für den Haushalt kosten je nach Bauform etwa 100 bis 400 Euro, kompakte Handgeräte für Flecken und Polster oft weniger. Sie sind leichter und handlicher als Mietgeräte, haben aber meist kleinere Tanks und weniger Saugleistung. Ihr großer Vorteil: Sie können frische Flecken sofort behandeln, bevor sie sich festsetzen.
Ein professioneller Reinigungsdienst ist die teuerste Variante, übernimmt dafür aber auch schwierige Fälle. Abgerechnet wird meist pro Quadratmeter, oft mit Mindestauftragswert. Für wertvolle Orientteppiche oder empfindliche Materialien ist er die sicherere Wahl.
| Kriterium | Kaufen | Mieten | Reinigungsdienst |
|---|---|---|---|
| Kosten | einmalig etwa 100–400 € | etwa 15–35 € pro Tag plus Reinigungsmittel | Preis pro m², oft Mindestauftrag |
| Geeignet für | häufige Einsätze, Haustiere, Kinder | ein- bis zweimal jährlich große Flächen | wertvolle und empfindliche Teppiche |
| Leistung | solide, kleinere Tanks | meist hoch, große Tanks | professionelle Technik und Erfahrung |
| Aufwand | sofort verfügbar, Lagerplatz nötig | Abholung, Transport, feste Mietfrist | Termin nötig, kaum Eigenarbeit |
| Fleckenbehandlung | sofort möglich | nur im Mietzeitraum | nur mit Verzögerung |
Schritt für Schritt: Teppich richtig nass reinigen
1. Vorbereiten und gründlich saugen
Räumen Sie möglichst viele Möbel aus dem Raum oder stellen Sie Möbelfüße auf Folie oder Holzklötze, damit keine Rost- oder Farbflecken entstehen. Saugen Sie den Teppich anschließend gründlich mit einem normalen Staubsauger. Loser Staub und Haare würden sonst im nassen Flor verklumpen und die Düse zusetzen.
2. Farbechtheit prüfen
Tupfen Sie an einer unauffälligen Stelle etwas Reinigungslösung auf und drücken Sie nach einigen Minuten ein weißes Tuch darauf. Färbt das Tuch ab oder verändert sich die Faser, sollten Sie auf die Nassreinigung verzichten.
3. Flecken vorbehandeln
Hartnäckige Stellen behandeln Sie vorab mit einem geeigneten Fleckenmittel. Hinweise zu einzelnen Fleckenarten finden Sie in unserem Ratgeber Flecken entfernen, speziell zu Wein zum Beispiel unter Rotweinflecken entfernen. Arbeiten Sie immer vom Rand zur Mitte, damit sich der Fleck nicht ausbreitet.
4. Reinigungslösung ansetzen
Füllen Sie den Frischwassertank mit lauwarmem Wasser und der vom Hersteller angegebenen Menge Reinigungsmittel. Mehr Mittel reinigt nicht besser, sondern hinterlässt Rückstände, die neuen Schmutz anziehen. Heißes Wasser vermeiden Sie, sofern die Bedienungsanleitung es nicht ausdrücklich erlaubt.
5. Bahnenweise arbeiten
Beginnen Sie in der vom Ausgang am weitesten entfernten Ecke, damit Sie nicht über nasse Flächen laufen müssen. Ziehen Sie das Gerät mit Sprühfunktion langsam zu sich heran und gehen Sie die Bahn anschließend ohne Sprühen noch ein- bis zweimal ab, um möglichst viel Wasser abzusaugen. Überlappen Sie die Bahnen leicht. Leeren Sie den Schmutzwassertank rechtzeitig, bevor die Sicherung des Geräts abschaltet.
6. Mit klarem Wasser nacharbeiten
Bei stark verschmutzten Teppichen lohnt sich ein zweiter Durchgang nur mit klarem Wasser. Er spült Reinigungsmittelreste aus, die den Teppich sonst schneller wieder verschmutzen lassen.
Wie lange muss der Teppich trocknen?
Die Trocknungszeit hängt von Florhöhe, Material, Raumtemperatur und Luftzirkulation ab. Kurzflorige Teppiche sind bei guter Belüftung oft nach einigen Stunden oberflächlich trocken, hochflorige Teppiche können bis zu einem Tag oder länger brauchen. Lüften Sie gründlich, heizen Sie moderat und stellen Sie bei Bedarf einen Ventilator auf. Möbel sollten Sie erst zurückstellen und den Teppich erst wieder normal betreten, wenn er vollständig durchgetrocknet ist. Bleibt der Teppich zu lange feucht, drohen muffiger Geruch und im ungünstigsten Fall Schimmel im Rücken oder Untergrund.
Je langsamer Sie bei den Absaugbahnen ohne Sprühen arbeiten, desto kürzer ist die Trocknungszeit. Zwei zusätzliche Absaugdurchgänge kosten wenige Minuten, sparen aber oft Stunden beim Trocknen.
Welche Teppiche Sie nicht nass reinigen sollten
Nicht jeder Teppich verträgt Wasser und Reinigungsmittel. Besonders heikel sind:
- Seide: Die Faser reagiert empfindlich auf Wasser, Reibung und Reinigungsmittel und kann ihren Glanz verlieren.
- Viskose (auch Kunstseide genannt): Sie verliert im nassen Zustand stark an Festigkeit, kann verfilzen, sich verziehen oder gelbliche Ränder bilden.
- Wolle: Robuste Wollteppiche lassen sich zwar grundsätzlich feucht reinigen, sie können aber einlaufen oder verfilzen und benötigen ein wollgeeignetes Mittel. Bei hochwertigen oder handgeknüpften Wollteppichen ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.
- Sisal, Jute und Kokos: Diese Naturfasern nehmen viel Wasser auf, können schrumpfen, sich verfärben und Wasserränder zeigen.
- Nicht farbechte Teppiche sowie Teppiche mit geklebtem Rücken, der sich durch Nässe lösen kann.
Achten Sie auf das Etikett oder die Herstellerangaben. Unbedenklich sind in der Regel Teppiche aus synthetischen Fasern wie Polyamid (Nylon), Polyester oder Polypropylen.
Das richtige Reinigungsmittel
Verwenden Sie ausschließlich schaumarme Reinigungsmittel, die ausdrücklich für Sprühextraktionsgeräte gedacht sind. Normales Shampoo, Spülmittel oder Waschmittel schäumen stark. Der Schaum gelangt in den Saugmotor und kann das Gerät beschädigen, außerdem bleiben Tensidreste im Teppich, die klebrig werden und neuen Schmutz anziehen. Hat sich im Schmutzwassertank doch Schaum gebildet, hilft bei vielen Geräten ein vom Hersteller angebotener Entschäumer. Für Wolle gibt es spezielle, mildere Mittel.
Polster und Autositze reinigen
Mit einer Polsterdüse oder einem Handgerät reinigen Sie auch Sofas, Sessel, Matratzen und Autositze. Prüfen Sie bei Möbeln zuerst das Pflegeetikett: Ist Nassreinigung ausgeschlossen, verzichten Sie auf die Sprühextraktion. Arbeiten Sie bei Polstern sparsam mit Wasser, damit die Füllung nicht durchnässt und sich keine Ränder bilden. Reinigen Sie am besten immer ganze Flächen, zum Beispiel ein komplettes Sitzkissen, statt nur einzelne Flecken.
Im Auto lohnt sich warmes, trockenes Wetter: Lassen Sie Türen oder Fenster zum Trocknen offen, damit die Feuchtigkeit nicht beschlagene Scheiben oder muffigen Geruch verursacht. Weitere Geräte für die Reinigung im und ums Haus finden Sie im Bereich Saugen und Reinigen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man einen Teppich nass reinigen?
In den meisten Haushalten reicht eine Grundreinigung ein- bis zweimal pro Jahr. Bei Haustieren, kleinen Kindern oder stark genutzten Laufwegen kann sie auch häufiger sinnvoll sein.
Kann ich eigenes Reinigungsmittel im Mietgerät verwenden?
Das hängt vom Vermieter ab. Viele schreiben ein bestimmtes Mittel vor, weil ungeeignete, stark schäumende Produkte das Gerät beschädigen können. Fragen Sie bei der Abholung nach.
Warum riecht der Teppich nach der Reinigung muffig?
Meist trocknet er zu langsam, weil zu viel Wasser im Flor geblieben ist oder der Raum schlecht belüftet wird. Saugen Sie mehrfach ohne Sprühen nach und sorgen Sie für Luftzug.
Ersetzt ein Teppichreiniger den Staubsauger?
Nein. Für die regelmäßige Pflege bleibt der Staubsauger unverzichtbar. Der Teppichreiniger ergänzt ihn für die gelegentliche Tiefenreinigung und für Flecken.




