Ein Dampfglätter, oft auch Steamer genannt, glättet Kleidung mit heißem Dampf, während sie auf dem Bügel hängt. Ein Bügelbrett brauchen Sie dafür nicht, und das Gerät ist nach kurzer Aufheizzeit einsatzbereit. Für das schnelle Auffrischen von Hemden, Kleidern, Sakkos oder Vorhängen ist ein Dampfglätter ideal, scharfe Bügelfalten und perfekt glatte Baumwolle gelingen mit einem Bügeleisen aber besser.
Dampfglätter erhitzen Wasser zu Dampf, der die Fasern entspannt und Knitterfalten aushängen lässt. Es gibt kompakte Handgeräte für unterwegs und Standgeräte mit großem Tank für größere Mengen. Sie eignen sich besonders für empfindliche Stoffe, fließende Materialien und Kleidung mit Details wie Rüschen oder Knöpfen. Als vollständiger Ersatz für ein Bügeleisen taugen sie nur, wenn Sie keine gestärkten Hemden und scharfen Kanten brauchen.
So funktioniert ein Dampfglätter
Im Inneren eines Dampfglätters sitzt ein Heizelement, das Wasser aus einem kleinen Tank verdampft. Der Dampf tritt durch Öffnungen in einer Dampfplatte aus. Anders als beim Bügeleisen drückt der Dampfglätter nicht mit Gewicht und Hitze auf den Stoff. Stattdessen durchdringt der Dampf das Gewebe, macht die Fasern kurzzeitig weich und lässt sie sich entspannen. Die Schwerkraft zieht das hängende Kleidungsstück dann glatt.
Viele Handgeräte haben zusätzlich eine beheizte Dampfplatte. Damit können Sie den Stoff leicht andrücken und erzielen ein etwas glatteres Ergebnis, ähnlich einem leichten Bügeln in der Senkrechten. Manche Geräte lassen sich auch waagerecht auf dem Bügelbrett einsetzen und arbeiten dann wie ein kleines Dampfbügeleisen.
Ein Nebeneffekt des Dampfes ist das Auffrischen: Kleidung, die nach Rauch oder Essen riecht, wirkt nach dem Dämpfen oft frischer. Das ersetzt keine Wäsche, kann aber einzelne Waschgänge bei wenig getragenen Stücken aufschieben. Bei hartnäckigen Gerüchen helfen die Tipps unter Kleidung riecht nach Schweiß trotz Waschen.
Bauarten im Überblick
Hand-Dampfglätter
Handgeräte sind kompakt, leicht und passen in jeden Koffer. Der Wassertank fasst meist 100 bis 300 ml, was für einige Kleidungsstücke reicht. Nach etwa einer halben bis zwei Minuten sind sie einsatzbereit. Wegen der geringen Größe ist die Dampfmenge begrenzt, für dicke Stoffe brauchen Sie mehr Zeit und mehrere Durchgänge.
Stand-Dampfglätter
Standgeräte bestehen aus einer Basis mit großem Wassertank von meist ein bis zwei Litern, einem Schlauch und einer Stange mit Kleiderbügelhalter. Sie liefern mehr und gleichmäßigeren Dampf und eignen sich für größere Mengen, lange Kleider und Vorhänge. Dafür brauchen sie mehr Stauraum.
Kombigeräte
Einige Geräte kombinieren eine Bügelsohle mit Dampfglätter-Funktion. Sie sind ein Kompromiss für alle, die nur ein Gerät anschaffen wollen. Mehr zu den Unterschieden zwischen Bügeleisen, Bügelstation und Dampfglätter lesen Sie im Beitrag zu den Bügeleisen-Bauarten.
| Merkmal | Hand-Dampfglätter | Stand-Dampfglätter |
|---|---|---|
| Leistung | etwa 1.000 bis 1.800 W | etwa 1.500 bis 2.000 W |
| Wassertank | etwa 100 bis 300 ml | etwa 1 bis 2 l |
| Dauerdampf | etwa 15 bis 35 g/min | etwa 30 bis 50 g/min |
| Aufheizzeit | etwa 30 Sekunden bis 2 Minuten | etwa 1 bis 2 Minuten |
| Stärken | Reise, schnelles Auffrischen | größere Mengen, Vorhänge |
| Preisrahmen | etwa 25 bis 120 Euro | etwa 60 bis 200 Euro |
Für welche Stoffe eignet sich ein Dampfglätter?
Besonders gut funktioniert der Dampfglätter bei fließenden und leichten Stoffen wie Viskose, Polyester, Chiffon oder Seide sowie bei Wolle, etwa bei Sakkos und Anzughosen. Auch Kleidung mit Pailletten, Rüschen, Falten oder vielen Knöpfen lässt sich damit schonender glätten als mit einer Bügelsohle. Bei Anzügen verhindert das Dämpfen außerdem den glänzenden Abdruck, den ein zu heißes Bügeleisen auf dunklen Stoffen hinterlassen kann.
An Grenzen stößt er bei dicker, stark zerknitterter Baumwolle und Leinen. Hier entspannt der Dampf die Fasern zwar, ohne Druck bleiben aber oft leichte Wellen. Auch Bügelfalten in Hosen, scharf gebügelte Kragen und Manschetten gelingen mit dem Bügeleisen zuverlässiger.
Richten Sie sich nach dem Pflegeetikett. Ein durchgestrichenes Bügeleisensymbol bedeutet, dass nicht gebügelt und auch nicht gedämpft werden darf. Bei einem Punkt im Symbol, also maximal 110 °C, kann Dampf das Gewebe schädigen. Probieren Sie dann zunächst an einer unauffälligen Stelle oder verzichten Sie aufs Dämpfen. Die Bedeutung aller Pflegesymbole erklärt der Beitrag zu den Waschsymbolen. Leder, Wildleder und Kunststoffapplikationen gehören grundsätzlich nicht unter den Dampf.
Schritt für Schritt: Kleidung richtig dämpfen
- Füllen Sie den Tank mit Wasser nach Herstellerangabe. Bei hartem Wasser empfehlen viele Hersteller destilliertes oder gemischtes Wasser, um Verkalkung vorzubeugen.
- Hängen Sie das Kleidungsstück auf einen stabilen Bügel, am besten an eine Tür oder Stange mit etwas Abstand zur Wand.
- Lassen Sie das Gerät vollständig aufheizen und lösen Sie den ersten Dampfstoß in ein Handtuch aus, um Tropfen zu vermeiden.
- Ziehen Sie den Stoff mit einer Hand leicht straff und führen Sie den Dampfglätter von oben nach unten langsam über das Gewebe.
- Dämpfen Sie Innenseite und Außenseite, bei Hemden zuerst Kragen und Ärmel, dann Vorder- und Rückenteil.
- Lassen Sie das Kleidungsstück einige Minuten auf dem Bügel trocknen und auskühlen, bevor Sie es anziehen oder in den Schrank hängen.
Dämpfen Sie niemals Kleidung, die Sie gerade tragen, und halten Sie die freie Hand nie direkt vor die Dampfplatte. Ein hitzebeständiger Handschuh, der vielen Geräten beiliegt, schützt beim Straffziehen des Stoffes vor Verbrühungen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Dampfmenge: Sie entscheidet darüber, wie schnell auch dickere Stoffe glatt werden. Für den Alltag sind Geräte im oberen Bereich der Spanne angenehmer.
- Tankgröße und Nachfüllen: Ein abnehmbarer Tank lässt sich leichter füllen und entleeren.
- Beheizte Dampfplatte: Sie verbessert das Ergebnis und reduziert das Tropfen.
- Gewicht und Griff: Bei Handgeräten ist Ergonomie wichtig, denn Sie halten das Gerät die ganze Zeit in der Hand.
- Kabellänge und Abschaltautomatik: Ein ausreichend langes Kabel und eine automatische Abschaltung erhöhen Komfort und Sicherheit.
- Zubehör: Fusselbürste, Faltenaufsatz oder Reisetasche sind nützliche Extras, aber kein Kaufargument für sich.
Stromverbrauch und Pflege
Ein Dampfglätter braucht während des Betriebs viel Leistung, läuft aber meist nur kurz. Ein Handgerät mit 1.500 Watt, das 15 Minuten im Einsatz ist, verbraucht etwa 0,4 kWh. Bei rund 36 Cent pro kWh sind das etwa 14 Cent. Selbst bei täglicher Nutzung bleiben die Stromkosten im Jahr damit überschaubar, verglichen mit einer Bügelstation, die länger aufgeheizt bleibt. Wer seinen Verbrauch genauer berechnen will, nutzt den Stromkosten-Rechner.
Zur Pflege gehören ein geleerter Tank nach jedem Gebrauch und regelmäßiges Entkalken, wenn der Hersteller es vorsieht. Nachlassender Dampf, Spucken oder weiße Rückstände auf der Kleidung deuten auf Kalk hin. Wischen Sie die abgekühlte Dampfplatte gelegentlich mit einem feuchten Tuch ab.
Häufige Fragen
Ersetzt ein Dampfglätter das Bügeleisen?
Für viele Alltagsstücke ja, vor allem wenn Sie wenig Baumwollhemden tragen. Wer Wert auf scharfe Kanten und makellos glatte Hemden legt, braucht weiterhin ein Bügeleisen.
Warum tropft mein Dampfglätter?
Meist war das Gerät noch nicht ganz aufgeheizt oder es wurde zu schräg gehalten, sodass sich Kondenswasser im Schlauch oder Kopf gesammelt hat. Halten Sie das Gerät möglichst senkrecht und lösen Sie den ersten Dampfstoß in ein Tuch aus.
Tötet der Dampf Keime ab?
Heißer Dampf kann Keime reduzieren, ein Dampfglätter ist aber kein Desinfektionsgerät. Für hygienisch saubere Wäsche ist das Waschen mit passender Temperatur der richtige Weg.




