Ein Induktionskochfeld erhitzt nicht die Kochfläche, sondern direkt den Boden des Topfes. Dadurch reagiert es fast so schnell wie Gas, bringt Wasser zügig zum Kochen und verliert weniger Wärme an die Umgebung als eine klassische Glaskeramikplatte. Voraussetzung ist passendes Kochgeschirr mit magnetischem Boden und ein fachgerechter Elektroanschluss.
Induktion arbeitet mit einem Magnetfeld, das im Topfboden Wärme erzeugt. Töpfe und Pfannen müssen einen magnetisierbaren Boden haben; ein einfacher Magnet zeigt, ob das der Fall ist. Neben Kochfeldern mit festen Zonen gibt es Brücken- und Flächeninduktion sowie Modelle mit integriertem Dunstabzug. Einbaukochfelder werden in der Regel an einen Starkstromanschluss angeschlossen, und zwar von einer Elektrofachkraft.
So funktioniert Induktion
Unter der Glaskeramikfläche liegen flache Kupferspulen. Fließt Wechselstrom mit hoher Frequenz durch eine Spule, entsteht ein sich ständig änderndes Magnetfeld. Steht ein Topf mit ferromagnetischem Boden darauf, erzeugt dieses Feld im Metall Wirbelströme, die das Material direkt erwärmen. Die Wärme entsteht also im Topfboden selbst und nicht in der Kochplatte.
Daraus ergeben sich die typischen Eigenschaften: Die Hitze ist sofort da, und wenn Sie die Stufe herunterregeln, reagiert der Topf ohne die Verzögerung, die Sie von Glühspiralen kennen. Die Glasfläche wird nur durch den heißen Topf erwärmt und kühlt nach dem Abnehmen schneller ab. Übergekochtes brennt dadurch weniger stark ein. Eine Restwärmeanzeige warnt trotzdem, solange die Fläche heiß ist.
Eine Topferkennung sorgt dafür, dass eine Zone nur Leistung abgibt, wenn passendes Kochgeschirr darauf steht. Ein Löffel oder ein zu kleiner Topf reicht meist nicht aus, um die Zone zu aktivieren. Hersteller geben für jede Zone einen Mindestdurchmesser an.
Bauarten im Überblick
Kochfeld mit festen Zonen
Die klassische Variante hat vier Kochzonen unterschiedlicher Größe, bei 80 oder 90 Zentimeter Breite oft fünf. Sie ist am günstigsten und für die meisten Haushalte völlig ausreichend.
Brückenfunktion und Flächeninduktion
Bei der Brückenfunktion lassen sich zwei hintereinanderliegende Zonen zu einer großen Fläche koppeln, etwa für Bräter oder Grillplatten. Bei der Flächeninduktion ist die gesamte Oberfläche oder ein großer Bereich mit vielen kleinen Spulen belegt. Das Kochfeld erkennt, wo ein Topf steht, und aktiviert nur diese Spulen. Sie können Töpfe dann frei platzieren und teilweise während des Kochens verschieben.
Kochfeld mit integriertem Dunstabzug
Hier saugt ein Lüfter in der Mitte oder am Rand des Kochfelds den Dampf direkt nach unten ab. Eine Haube über dem Herd entfällt, was offene Küchen optisch ruhiger macht. Allerdings braucht der Abzug Platz im Unterschrank, und Filter oder Fettauffang müssen regelmäßig gereinigt werden.
Autark oder herdgebunden
Ein autarkes Kochfeld hat eine eigene Bedienung und wird unabhängig vom Backofen angeschlossen. Ein herdgebundenes Kochfeld wird über Regler am Backofen gesteuert und funktioniert nur mit einem passenden Ofen. Autarke Geräte sind flexibler, weil Sie Backofen und Kochfeld getrennt planen und ersetzen können. Einen Überblick über den Herd als Ganzes finden Sie in der Kategorie Herd, passende Einbaugeräte unter Backöfen.
Mobile Induktionsplatten
Einzel- oder Doppelplatten zum Hinstellen werden an eine normale Steckdose angeschlossen. Sie eignen sich als Ergänzung, für kleine Wohnungen oder um vor dem Umstieg auszuprobieren, ob Ihnen Induktion zusagt. Ihre Leistung ist wegen der Steckdose begrenzt.
| Merkmal | Induktion | Glaskeramik (Strahlungsheizung) | Gas |
|---|---|---|---|
| Reaktion auf Regeln | sehr schnell | träge | sehr schnell |
| Wärmeverluste | gering | mittel | hoch, Flamme erwärmt auch die Luft |
| Kochgeschirr | nur mit magnetischem Boden | fast alles mit ebenem Boden | fast alles |
| Reinigung | einfach, wenig Eingebranntes | Übergekochtes brennt leicht ein | aufwendig wegen Brenner und Roste |
| Anschaffung | höher | niedrig | abhängig vom Gasanschluss |
Das richtige Kochgeschirr
Geeignet sind Töpfe und Pfannen aus Gusseisen, emailliertem Stahl und Edelstahl mit ferromagnetischem Boden. Reines Aluminium, Kupfer, Glas und Keramik funktionieren nur, wenn ein magnetischer Boden eingearbeitet ist. Viele Hersteller kennzeichnen geeignetes Geschirr mit einem Symbol, das eine stilisierte Spule zeigt.
Ob Ihr vorhandenes Geschirr passt, finden Sie mit einem Kühlschrankmagneten heraus: Haftet er fest am Boden, funktioniert der Topf auf Induktion. Haftet er nur schwach, wird der Topf zwar erkannt, erhitzt sich aber möglicherweise langsamer. Achten Sie außerdem auf einen ebenen Boden. Gewölbte Böden haben weniger Kontakt zum Magnetfeld und können zu ungleichmäßiger Hitze oder Geräuschen führen.
Leises Summen oder Pfeifen bei hoher Stufe ist bei Induktion normal. Es entsteht durch das Magnetfeld im Kochgeschirr, vor allem bei Böden aus mehreren Schichten. Auch ein Lüfter, der die Elektronik kühlt und nach dem Kochen noch nachläuft, ist üblich.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die gängigen Einbaubreiten liegen bei etwa 60, 80 und 90 Zentimetern. Prüfen Sie den Ausschnitt in Ihrer Arbeitsplatte, bevor Sie ein neues Kochfeld auswählen, da die Einbaumaße je nach Gerät abweichen. Achten Sie auf eine Bedienung, die Ihnen liegt: Direktwahl per Zahlenleiste ist oft schneller als Plus- und Minus-Tasten. Eine Boost-Funktion liefert kurzzeitig mehr Leistung, etwa zum Wasserkochen oder Anbraten.
Viele Kochfelder verfügen über ein Leistungsmanagement. Zwei Zonen teilen sich dann eine gemeinsame Maximalleistung. Läuft eine Zone auf Boost, drosselt das Kochfeld die benachbarte Zone automatisch. Das ist kein Mangel, sollte Ihnen beim Kochen mit mehreren großen Töpfen aber bewusst sein. Hilfreich sind außerdem Timer je Zone, eine Warmhaltestufe und eine Kindersicherung.
Einfache Einbaukochfelder mit vier Zonen kosten typischerweise etwa 300 bis 700 Euro, Flächeninduktion und Modelle mit integriertem Dunstabzug deutlich mehr. Mobile Einzelplatten sind ab etwa 50 Euro erhältlich.
Anschluss und Sicherheit
Ein Einbaukochfeld mit vier Zonen hat häufig eine Anschlussleistung von etwa 7 bis 7,4 kW und wird meist an den Drehstromanschluss mit 400 Volt angeschlossen, den auch ein bisheriger Elektroherd nutzt. Kleinere Kochfelder und mobile Platten kommen mit einer Schuko-Steckdose aus. Den festen Anschluss sollte immer eine Elektrofachkraft vornehmen, die auch die Absicherung prüft.
Menschen mit Herzschrittmacher oder anderen aktiven Implantaten sollten vor der Nutzung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen und die Hinweise des Implantat- und Kochfeldherstellers beachten. Üblich ist die Empfehlung, einen gewissen Abstand zur Kochzone einzuhalten und den Topf mittig auf die passende Zone zu stellen.
Stromverbrauch, Reinigung und Pflege
Weil die Wärme direkt im Topf entsteht, geht weniger Energie verloren als bei Glaskeramik mit Strahlungsheizung. Wie viel Sie im Alltag sparen, hängt stark von Ihren Kochgewohnheiten ab. Mit Deckel kochen, passende Topfgrößen wählen und früh herunterregeln bringt oft ebenso viel wie die Technik selbst. Für Wasser zum Kochen von Nudeln kann ein Wasserkocher das Vorheizen übernehmen. Was Ihr Kochverhalten im Jahr kostet, können Sie mit dem Stromkosten-Rechner bei ca. 36 Cent pro kWh überschlagen.
Zum Reinigen genügt meist ein feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel, sobald die Fläche abgekühlt ist. Für Eingebranntes verwenden Sie einen Glaskeramikschaber und einen speziellen Reiniger. Zuckerhaltiges sollten Sie dagegen sofort und vorsichtig entfernen, weil es sich beim Abkühlen mit der Oberfläche verbinden kann. Heben Sie schwere Gusseisentöpfe an, statt sie über das Glas zu schieben; Sand, Salzkörner und raue Böden verursachen Kratzer.
Induktion bringt Öl in einer leeren Pfanne sehr schnell auf hohe Temperaturen. Stellen Sie beim Anbraten zunächst eine mittlere Stufe ein und lassen Sie eine leere Pfanne nie auf höchster Stufe unbeaufsichtigt. Das schont Beschichtungen und verhindert, dass Fett raucht.
Häufige Fragen
Kann ich meine alten Töpfe weiter verwenden?
Wenn ein Magnet fest am Topfboden haftet und der Boden eben ist, ja. Töpfe aus reinem Aluminium, Kupfer oder Glas funktionieren nicht. Adapterplatten gibt es zwar, sie heben aber viele Vorteile der Induktion wieder auf.
Ist die Strahlung eines Induktionskochfelds gefährlich?
Kochfelder müssen die geltenden Grenzwerte für elektromagnetische Felder einhalten. Das Feld nimmt mit dem Abstand schnell ab. Stellen Sie den Topf mittig auf eine passende Zone, dann ist das Streufeld am geringsten.
Warum summt oder pfeift mein Induktionskochfeld?
Das Geräusch entsteht im Kochgeschirr, besonders bei hohen Stufen und Böden aus mehreren Schichten. Mit einer niedrigeren Stufe oder einem anderen Topf wird es meist leiser. Ungewohnte, laute Geräusche aus dem Gerät selbst sollten Sie vom Kundendienst prüfen lassen.
Kann ich ein Induktionskochfeld selbst anschließen?
Mobile Platten schließen Sie einfach an eine Steckdose an. Einbaukochfelder mit festem Anschluss gehören in die Hände einer Elektrofachkraft, auch weil davon häufig die Herstellergarantie abhängt.




