Viele Geräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Einzeln sind das oft nur wenige Watt, über das Jahr und viele Geräte summiert sich der Standby-Verbrauch aber zu einem spürbaren Betrag. Mit schaltbaren Steckdosenleisten oder Master-Slave-Leisten trennen Sie Fernsehecke, Computerplatz oder Küchengeräte bequem vom Netz und sparen so Strom, ohne auf Komfort zu verzichten.
Die EU begrenzt über die Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/826 den Standby-Verbrauch neuer Geräte, ältere Geräte liegen aber oft deutlich darüber. Wie viel bei Ihnen fließt, zeigt ein Strommessgerät. Eine Leiste mit Schalter trennt mehrere Geräte auf einmal vom Netz, eine Master-Slave-Leiste erledigt das automatisch. Stecken Sie Steckdosenleisten nie hintereinander und achten Sie auf die maximale Belastbarkeit.
Was Standby-Verbrauch ist
Im Bereitschaftszustand, dem Standby, ist ein Gerät nicht in Betrieb, bleibt aber mit dem Stromnetz verbunden und kann schnell reagieren, etwa auf die Fernbedienung, einen Tastendruck oder einen Timer. Dafür bleiben Netzteil, Empfänger, Uhr oder Anzeige aktiv. Ähnlich ist der vernetzte Standby: Das Gerät hält eine Verbindung zum Heimnetz, damit Sie es per App oder Sprachbefehl wecken können. Das betrifft Fernseher, Streaming-Geräte, Smart Speaker und zunehmend auch Haushaltsgeräte. Mehr zu vernetzten Geräten lesen Sie in unserem Beitrag WLAN im Haushalt.
Daneben gibt es Scheinaus-Verbräuche: Geräte mit Netzteil oder Trafo ziehen oft auch dann etwas Strom, wenn der Schalter auf Aus steht, weil der Schalter erst hinter dem Netzteil sitzt. Typische Beispiele sind ältere Audioanlagen, Drucker, Monitore und manche Ladegeräte, die in der Steckdose bleiben.
Was die EU-Ökodesign-Regeln vorschreiben
Seit dem 9. Mai 2025 gilt für viele Haushalts- und Bürogeräte die Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/826. Sie hat die früheren Standby-Regeln abgelöst und die Grenzwerte verschärft. Neu in Verkehr gebrachte Geräte dürfen im Aus-Zustand und im einfachen Standby höchstens 0,5 Watt aufnehmen, mit Informations- oder Statusanzeige höchstens 0,8 Watt. Ab dem 9. Mai 2027 sinkt der Grenzwert für den Aus-Zustand auf 0,3 Watt. Für den vernetzten Standby gilt bei den meisten Geräten eine Obergrenze von 2 Watt, für Geräte mit hoher Netzverfügbarkeit, etwa Router, liegen die Werte höher.
Außerdem müssen Geräte, sofern ihre Funktion das erlaubt, eine Energieverwaltung haben, die sie nach einer gewissen Zeit ohne Nutzung automatisch in einen stromsparenden Zustand versetzt. Für einige Produktgruppen wie Fernseher und Monitore gelten eigene Ökodesign-Regeln. Wichtig: Die Grenzwerte betreffen neue Geräte beim Inverkehrbringen. Ihr zehn Jahre alter Receiver kann deshalb erheblich mehr verbrauchen, als ein heutiges Gerät dürfte.
Was Standby im Jahr kostet
Die Rechnung ist einfach, weil Standby rund um die Uhr läuft: Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Ein Gerät, das dauerhaft 1 Watt zieht, verbraucht also knapp 9 kWh pro Jahr. Bei ca. 36 Cent pro Kilowattstunde sind das rund 3,15 Euro. Klingt wenig, doch in vielen Haushalten kommen mehrere ältere Geräte mit höherem Verbrauch zusammen. Summieren sich alle Dauerverbraucher auf 20 Watt, sind es bereits rund 175 kWh und etwa 63 Euro im Jahr.
Um herauszufinden, wo bei Ihnen Strom versickert, messen Sie Ihre Geräte mit einem Strommessgerät im ausgeschalteten Zustand. Die ermittelten Werte können Sie im Stromkosten-Rechner auf Jahreskosten umrechnen.
Steckdosenleisten im Überblick
Nicht jede Leiste eignet sich für jeden Zweck. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Varianten und ihre typischen Einsatzbereiche.
| Leistentyp | Funktionsweise | Geeignet für |
|---|---|---|
| Mit Hauptschalter | Ein Schalter trennt alle Steckplätze | Fernsehecke, Schreibtisch, Ladestation |
| Einzeln schaltbar | Jeder Steckplatz hat einen eigenen Schalter | Gemischte Nutzung, einzelne Dauerverbraucher |
| Master-Slave | Hauptgerät schaltet Nebengeräte automatisch | Computer mit Monitor und Drucker, Fernseher mit Soundbar |
| Mit Überspannungsschutz | Leitet Spannungsspitzen ab | Empfindliche Elektronik als Ergänzung zum Hausschutz |
| Smart oder mit Zeitschaltung | Schaltet per App, Zeitplan oder Sprachbefehl | Schwer erreichbare Steckdosen, feste Tagesabläufe |
Master-Slave: automatisch abschalten
Bei einer Master-Slave-Leiste überwacht die Elektronik den Stromfluss am Master-Steckplatz. Schalten Sie das Hauptgerät, etwa den Computer, aus oder in den Standby, sinkt dessen Verbrauch unter eine Schaltschwelle, und die Leiste trennt die Slave-Steckplätze mit Monitor, Drucker und Lautsprechern vom Netz. Beim Einschalten des Hauptgeräts kommen die Nebengeräte automatisch zurück. Viele Leisten haben eine einstellbare Schaltschwelle. Das ist wichtig, weil der Standby moderner Geräte oft so niedrig ist, dass eine zu hoch eingestellte Schwelle den Unterschied zwischen An und Aus nicht zuverlässig erkennt. Geräte, die dauerhaft Strom brauchen, gehören auf einen ungeschalteten Steckplatz.
Überspannungsschutz richtig einordnen
Leisten mit Überspannungsschutz enthalten Bauteile, die kurze Spannungsspitzen ableiten. Sie gelten als Feinschutz, fachlich als Typ 3, und sind nur als letzte Stufe eines abgestuften Schutzkonzepts wirksam. Gegen die Auswirkungen eines nahen Blitzeinschlags schützt eine solche Leiste allein nicht, dafür sind Grob- und Mittelschutz in der Hausinstallation zuständig, die eine Elektrofachkraft beurteilen sollte. Die Schutzbauteile altern mit jedem abgeleiteten Ereignis. Viele Leisten zeigen ihre Funktionsbereitschaft über eine Kontrollleuchte an. Erlischt sie, sollten Sie die Leiste ersetzen.
Nicht alles gehört abgeschaltet. Router, Kühlgeräte, Gefriergeräte, Alarmanlagen und Geräte mit laufenden Updates oder Timern sollten am Netz bleiben. Auch manche Drucker reinigen beim Einschalten ihre Düsen und verbrauchen dabei Tinte. Bei einem Kaffeevollautomaten lohnt es sich, ihn zunächst regulär auszuschalten, damit er seinen Spülvorgang abschließen kann, und erst danach die Leiste abzuschalten.
Sicherheit: Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Stecken Sie Steckdosenleisten niemals hintereinander. Bei dieser sogenannten Kaskadierung fließt der Strom aller angeschlossenen Geräte durch den ersten Stecker und das erste Kabel. Die Leisten können überlastet werden, Kontakte erhitzen sich, und im schlimmsten Fall entsteht ein Brand. Planen Sie lieber eine ausreichend lange Leiste mit genügend Steckplätzen ein.
Achten Sie auf die angegebene Maximalbelastung, meist 16 Ampere beziehungsweise rund 3.500 Watt für die gesamte Leiste. Geräte mit hoher Leistung, etwa Heizlüfter, Wasserkocher oder Wäschetrockner, schließen Sie am besten direkt an eine Wandsteckdose an. Rollen Sie Kabeltrommeln bei Belastung vollständig ab, verlegen Sie Leisten nicht unter Teppichen und ersetzen Sie Leisten mit beschädigtem Gehäuse, lockeren Kontakten oder Schmorspuren sofort. Beim Kauf geben ein Prüfzeichen einer unabhängigen Stelle und ein erhöhter Berührungsschutz zusätzliche Sicherheit.
Weitere Wege, Standby zu senken
Prüfen Sie in den Einstellungen Ihrer Geräte, ob sich Schnellstart-Modi, ständige Netzwerkbereitschaft oder dauerhaft leuchtende Displays abschalten lassen. Beim Fernseher verursacht ein aktivierter Schnellstart oft einen deutlich höheren Standby-Verbrauch. Ladegeräte ziehen Sie nach dem Laden aus der Steckdose. Für einzelne, schwer erreichbare Geräte kann eine smarte Steckdose praktisch sein. Bedenken Sie aber, dass sie selbst ebenfalls einen kleinen Dauerverbrauch hat. Beim Neukauf lohnt ein Blick ins Datenblatt, wo Hersteller die Leistungsaufnahme im Standby und im vernetzten Standby angeben.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Gerät im Standby?
Neue Geräte liegen im einfachen Standby höchstens bei 0,5 Watt, mit Anzeige bei 0,8 Watt. Ältere Geräte oder solche mit vernetztem Standby können deutlich mehr verbrauchen. Genaue Werte liefert nur eine Messung.
Lohnt sich eine Master-Slave-Steckdosenleiste?
Sie lohnt sich vor allem dort, wo mehrere Nebengeräte an einem Hauptgerät hängen und Sie das manuelle Abschalten vergessen würden, etwa am Computer oder an der Fernsehecke. Voraussetzung ist eine passend eingestellte Schaltschwelle.
Darf ich zwei Steckdosenleisten zusammenstecken?
Nein. Hintereinander gesteckte Leisten können überlastet werden und sich erhitzen. Verwenden Sie stattdessen eine einzige Leiste mit ausreichend vielen Steckplätzen.
Schützt eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz vor Blitzschlag?
Nur eingeschränkt. Sie ist ein Feinschutz für kleinere Spannungsspitzen und wirkt am besten in Kombination mit Schutzeinrichtungen in der Hausinstallation.




