Ein Strommessgerät zeigt Ihnen, wie viel Strom ein einzelnes Haushaltsgerät tatsächlich verbraucht, und macht so versteckte Stromfresser sichtbar. Sie stecken es als Zwischenstecker zwischen Steckdose und Gerät, lassen es über einen sinnvollen Zeitraum messen und rechnen das Ergebnis auf ein Jahr hoch. Entscheidend für verlässliche Werte sind die richtige Messdauer und ein Gerät, das auch kleine Leistungen genau genug erfasst.
Für die meisten Haushalte genügt ein einfacher Zwischenstecker mit Anzeige von Leistung in Watt und Energie in Kilowattstunden. Geräte, die in Zyklen arbeiten, etwa Kühlschrank oder Gefriertruhe, sollten Sie mindestens 24 Stunden, besser eine Woche messen. Den gemessenen Verbrauch rechnen Sie auf ein Jahr hoch und multiplizieren ihn mit Ihrem Strompreis. Sehr kleine Standby-Werte unter einem Watt messen günstige Geräte oft nur ungenau.
Was ein Strommessgerät misst
Ein Strommessgerät für die Steckdose ermittelt laufend Spannung und Stromstärke und berechnet daraus die aufgenommene Leistung. Zwei Größen sind für Sie besonders wichtig: Die momentane Leistung in Watt verrät, wie viel ein Gerät gerade in diesem Augenblick zieht. Die Energie in Kilowattstunden (kWh) summiert den Verbrauch über die Zeit und ist die Größe, die auf Ihrer Stromrechnung steht. Ein Wasserkocher zieht zum Beispiel für kurze Zeit sehr viel Leistung, verbraucht aber wegen der kurzen Laufzeit insgesamt wenig. Ein Kühlschrank braucht dagegen nur wenig Leistung, läuft aber rund um die Uhr.
Bessere Geräte zeigen zusätzlich den Leistungsfaktor (cos φ), die Scheinleistung, die Frequenz oder Spitzenwerte an. Für die Stromkosten zählt die Wirkleistung, die üblicherweise als Watt-Wert angezeigt wird. Manche Messgeräte speichern außerdem einen Strompreis und zeigen die Kosten direkt in Euro an.
Bauarten im Überblick
Im Haushalt begegnen Ihnen vor allem drei Varianten. Der klassische Zwischenstecker mit Display ist die einfachste Lösung: einstecken, Gerät anschließen, ablesen. Smarte Steckdosen mit Messfunktion übertragen die Werte per WLAN oder Funk an eine App, zeichnen Verlaufskurven auf und lassen sich aus der Ferne schalten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Bereich smarte Steckdosen. Für fest angeschlossene Verbraucher wie Herd, Backofen oder Durchlauferhitzer eignen sich Steckdosen-Messgeräte nicht. Dort helfen nur der Blick auf den Stromzähler, ein smarter Zähler oder ein von einer Elektrofachkraft eingebautes Messgerät im Verteiler.
| Gerätetyp | Sinnvolle Messdauer | Hinweis zur Hochrechnung |
|---|---|---|
| Kühlschrank, Gefriergerät | Mindestens 24 Stunden, besser 7 Tage | Tageswert mal 365; Sommer und Winter können abweichen |
| Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine | Ein vollständiges Programm | Wert je Programm mal Anzahl der Durchläufe pro Jahr |
| Fernseher, Computer, Spielkonsole | Ein typischer Nutzungstag | Betrieb und Standby getrennt betrachten |
| Router, Ladegeräte, Standby-Geräte | Einige Stunden bis 24 Stunden | Dauerleistung in Watt mal 8.760 Stunden |
| Kaffeemaschine, Wasserkocher | Mehrere Tage normaler Nutzung | Durchschnitt pro Tag mal 365 |
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Das wichtigste Kriterium ist die Messgenauigkeit, vor allem im unteren Bereich. Viele günstige Zwischenstecker messen große Lasten ordentlich, zeigen bei Leistungen unter einigen Watt aber ungenaue Werte oder gar nichts an. Wenn Sie gezielt Standby-Verbräuche aufspüren möchten, sollte das Gerät laut Datenblatt Leistungen ab etwa 0,1 bis 0,5 Watt auflösen können. Die Angabe zur Genauigkeit finden Sie meist in Prozent vom Messwert, häufig ergänzt um einen festen Mindestfehler.
Achten Sie außerdem auf die maximale Belastbarkeit. Üblich sind 16 Ampere, was rund 3.680 Watt entspricht. Damit können Sie auch Geräte mit hoher Leistung wie Heizlüfter oder Trockner messen. Ein gut ablesbares, idealerweise beleuchtetes Display, ein Speicher, der den Zählerstand bei einem kurzen Stromausfall nicht verliert, sowie ein erhöhter Berührungsschutz sind weitere praktische Merkmale. Ein CE-Zeichen ist Pflicht, ein Prüfzeichen einer unabhängigen Prüfstelle ist ein zusätzliches Plus. Einfache Geräte kosten typischerweise etwa 10 bis 30 Euro, smarte Steckdosen mit Messfunktion liegen oft etwas darüber.
Richtig messen: Schritt für Schritt
Stecken Sie das Messgerät direkt in eine Wandsteckdose und schließen Sie den Verbraucher ohne weitere Zwischenstecker oder Leisten an. Setzen Sie den Energiezähler vor Beginn auf null. Lassen Sie das Gerät dann so arbeiten, wie Sie es auch sonst nutzen: den Kühlschrank mit normalem Öffnen und Befüllen, die Waschmaschine mit Ihrem üblichen Programm und Ihrer üblichen Beladung.
Notieren Sie am Ende die angezeigten Kilowattstunden und die genaue Messdauer. Bei Geräten mit Standby lohnt sich eine zweite Messung im ausgeschalteten Zustand, denn so sehen Sie, wie viel Strom unbemerkt fließt. Wie Sie solche Dauerverbraucher abschalten, erklärt unser Ratgeber zu Standby-Verbrauch und Steckdosenleisten.
Hochrechnung auf das Jahr
Die Formel ist einfach: Gemessene kWh geteilt durch die Messdauer in Tagen, mal 365, ergibt den Jahresverbrauch. Multipliziert mit Ihrem Strompreis erhalten Sie die jährlichen Kosten. Ein Beispiel: Eine ältere Gefriertruhe verbraucht in sieben Tagen 6,3 kWh. Das sind 0,9 kWh pro Tag und rund 330 kWh im Jahr. Bei ca. 36 Cent pro Kilowattstunde kostet der Betrieb damit etwa 118 Euro jährlich.
Für Geräte, die dauerhaft mit gleicher Leistung laufen, rechnen Sie noch einfacher: Watt mal 8.760 Stunden geteilt durch 1.000 ergibt die kWh pro Jahr. Ein Router mit 8 Watt kommt so auf rund 70 kWh und damit auf gut 25 Euro im Jahr. Solche Rechnungen können Sie bequem mit unserem Stromkosten-Rechner durchführen, indem Sie Leistung, Nutzungsdauer und Strompreis eintragen.
Vergleichen Sie Ihren Messwert mit dem Jahresverbrauch auf dem Energielabel eines vergleichbaren Neugeräts. Liegt Ihr Altgerät deutlich darüber, rechnet sich ein Austausch unter Umständen schon nach einigen Jahren. Beziehen Sie dabei aber auch ein, dass die Herstellung eines Neugeräts Ressourcen verbraucht und ein funktionierendes Gerät nicht vorschnell ersetzt werden sollte.
Typische Fehler bei der Messung
Der häufigste Fehler ist eine zu kurze Messdauer. Ein Kühlschrank, dessen Kompressor gerade nicht läuft, zeigt vielleicht null Watt, zehn Minuten später aber 80 Watt. Nur eine Messung über mindestens einen ganzen Tag bildet diese Zyklen ab. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Kühlgeräte arbeiten in einem warmen Raum im Sommer mehr als im Winter.
Ein zweiter Fehler ist, mehrere Geräte über eine Steckdosenleiste gleichzeitig zu messen und das Ergebnis einem einzelnen Gerät zuzuordnen. Das ist für einen Überblick über eine ganze Fernsehecke durchaus sinnvoll, sollte aber bewusst geschehen. Drittens werden Momentanwerte oft falsch hochgerechnet: Die Spitzenleistung einer Waschmaschine beim Aufheizen sagt wenig über den Verbrauch des gesamten Programms. Verlassen Sie sich deshalb immer auf den Kilowattstunden-Zähler.
Sicherheit und Pflege
Ein Strommessgerät ist ein elektrisches Gerät und sollte wie jeder Zwischenstecker behandelt werden. Verwenden Sie es nur in trockenen Innenräumen, es sei denn, es ist ausdrücklich für den Außenbereich zugelassen. Überschreiten Sie nie die angegebene Maximallast und prüfen Sie das Gehäuse regelmäßig auf Risse oder Verfärbungen. Wird das Gerät bei hoher Last spürbar warm oder riecht es verschmort, ziehen Sie es sofort ab. Zum Reinigen genügt ein trockenes Tuch, das Messgerät sollte dabei nicht in der Steckdose stecken. Weitere Tipps zum sparsamen Umgang mit Energie finden Sie in unserer Rubrik Energie-Effizienz.
Häufige Fragen
Wie genau sind günstige Strommessgeräte?
Bei mittleren und hohen Lasten liefern auch einfache Geräte meist brauchbare Werte. Ungenau wird es häufig bei sehr kleinen Leistungen unter etwa einem Watt. Für einen Überblick über den Verbrauch Ihrer Haushaltsgeräte reichen sie in der Regel aus.
Wie lange muss ich einen Kühlschrank messen?
Mindestens 24 Stunden, besser eine Woche mit normaler Nutzung. So erfassen Sie mehrere Kühlzyklen sowie das Öffnen und Befüllen im Alltag.
Kann ich den Herd mit einem Strommessgerät messen?
Nein. Herd und Backofen sind meist fest angeschlossen und nicht über eine Steckdose versorgt. Hier hilft der Vergleich des Stromzählerstands vor und nach dem Kochen, wenn in dieser Zeit sonst wenig läuft.
Verbraucht das Messgerät selbst Strom?
Ja, aber sehr wenig. Der Eigenverbrauch einfacher Zwischenstecker liegt meist unter einem Watt und wird in der Anzeige in der Regel nicht mitgezählt. Smarte Varianten mit WLAN brauchen etwas mehr.




